Die richtigen Voraussetzungen für Kooperationen schaffen

– yimify verbindet Influencer mit Marken/Brands um Geschäftsbeziehungen zu schaffen und zu fördern. Man sollte sich als Influencer also auch Gedanken darüber machen, welches „Geschäftsmodell“ man mit seinen Kooperationen verfolgen möchte und welche Voraussetzungen hierfür erfüllt sein müssen. Die richtige Grundlage zu schaffen ist enorm wichtig und ihr solltet euch unbedingt damit beschäftigen, was nötig ist, um auch die Abläufe nach Kooperationen reibungslos zu gestalten.

Nebengewerbe anmelden: Amts- und Behördengänge

Generell wird bei der Gewerbeanmeldung zwischen dem Haupt- und Nebengewerbe unterschieden. Ausgenommen von dieser Unterscheidung sind Freiberufler, Sie unterliegen nicht der Gewerbeordnung und müssen keine Anmeldung beim Gewerbeamt vornehmen. Informiert euch!

Erkundige dich zunächst, ob für dich eine Pflicht zur Gewerbeanmeldung besteht.
Falls ja, erfolgt einer der ersten Schritte der Anmeldung beim Gewerbeamt. Auf dem Anmeldebogen muss dann angegeben werden, ob du ein Haupt- oder Nebengewerbe anmelden willst. Dies ist die klassische Unterscheidung, ob du Vollzeit gründen oder nebenberuflich selbstständig bist.

Der wesentliche Unterschied zwischen der Vollerwerbsgründung und der nebenberuflichen Selbstständigkeit liegt u.a. in der Anzahl der Wochenarbeitsstunden, die für das Nebengewerbe aufgebracht werden dürfen. Als Faustregel gilt, dass der Nebenerwerb zeitlich und wirtschaftlich den Haupterwerb nicht übersteigen darf. Generell gibt der Begriff Nebengewerbe keinerlei Auskunft über die Rechtsform. So ist eine Gründung im Nebengewerbe als Einzelunternehmer, GbR oder GmbH möglich.

Wenn du ein Nebengewerbe anmelden möchtest, gibt es mehrere Aspekte, die es zu beachten gibt. Eine Frage dreht sich darum, ob man seinen Arbeitgeber darüber informieren sollte, dass man ein Nebengewerbe anmelden wird. Grundsätzlich steht es natürlich jedem Menschen frei, sich nebenberuflich selbstständig zu machen.
Dabei dürfen jedoch nicht die Pflichten als Arbeitnehmer vernachlässigt werden. Ebenso darf man nicht zur Konkurrenz des Arbeitgebers werden. Auf diese Weise begegnet man sich schnell vor Gericht. Es sind also bestehende Regelungen im Arbeitsvertrag zu beachten. Den eigenen Chef zu benachrichtigen und die Erlaubnis einzuholen ist somit nicht nur ratsam, sondern eher Pflicht, wenn man sich nebenberuflich selbstständig machen und ein Nebengewerbe anmelden möchte.

Im Optimalfall führen eure Kooperationen ja irgendwann auch dazu, dass ihr Geld mit ihnen verdienen könnt. Der Advertiser wird also eine Rechnung von euch brauchen. Das Umsatzsteuergesetz enthält umfassende Vorgaben, wie eine Rechnung auszusehen hat. Bedeutung haben diese Regelungen vor allem für den Vorsteuerabzug des Rechnungsempfängers. Der Rechnungsempfänger hat danach die Pflicht, die Rechnungsangaben auf Vollständigkeit und Richtigkeit zu überprüfen.

Rechnungen müssen folgende Angaben enthalten:
• Vollständiger Name und Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers
• Steuernummer oder Umsatzsteueridentifikationsnummer
• Ausstellungsdatum der Rechnung
• Fortlaufende Rechnungsnummer
• Menge und handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Gegenstände oder die Art und den Umfang der sonstigen Leistung
• Zeitpunkt der Lieferung bzw. Leistung
• Nach Steuersätzen und -befreiungen aufgeschlüsseltes Entgelt
• Im Voraus vereinbarte Minderungen des Entgelts
• Entgelt und hierauf entfallender Steuerbetrag sowie Hinweis auf Steuerbefreiung
• Ggf. Hinweis auf Steuerschuld des Leistungsempfängers

Beachte: Die vorstehenden Angaben sind für Rechnungen mit einem Betrag von über 250 Euro brutto gültig. Darunter gelten Erleichterungen. Hier ist die Rede von so genannten Kleinbetragsrechnungen. Hier genügen folgende Angaben:
• vollständiger Name und vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers,
• das Ausstellungsdatum der Rechnung,
• Menge und Art der gelieferten Gegenstände oder die Art und den Umfang der sonstigen Leistung
• Entgelt und Steuerbetrag für die Lieferung oder Leistung in einer Summe,
• Steuersatz oder
• im Fall einer Steuerbefreiung ein Hinweis darauf, dass für die Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt.

Sonderfall Rechnungsstellung durch Kleinunternehmer

Wer die umsatzsteuerliche Kleinunternehmerreglung anwendet, muss keine Umsatzsteuer ausweisen. Sie wird bei ihm nicht erhoben. Dennoch folgt hieraus nicht, dass die Rechnungsvorschriften keinerlei Rolle mehr spielen würden. Auch Kleinunternehmer sind Unternehmer, das heißt sie müssen die beschriebenen Rechnungspflichtangaben ebenso beachten wie steuerpflichtige Unternehmer. Besonderheit ist jedoch, dass die Angaben zum Steuerausweis entfallen, das heißt Kleinunternehmer müssen in grundsätzlich folgende Angaben aufnehmen:
• Vollständiger Name und Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers
• Steuernummer (oder Umsatzsteueridentifikationsnummer, wobei diese nur in Ausnahmefällen vorliegen wird)
• Ausstellungsdatum der Rechnung
• Fortlaufende Rechnungsnummer
• Menge und handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Gegenstände oder die Art und den Umfang der sonstigen Leistung
• Zeitpunkt der Lieferung bzw. Leistung
• Entgelt
• Im Voraus vereinbarte Minderungen des Entgelts

Beachte: Eine Hinweispflicht auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung besteht nicht. Es empfiehlt sich jedoch hierauf hinzuweisen, da andernfalls mit einer Zahlungsverzögerung zu rechnen ist, da der Rechnungsempfänger bei einer Rechnungseingangskontrolle den mangelnden Steuerausweis voraussichtlich beanstanden wird. Dies kann zum Beispiel durch den Zusatz geschehen:
„Kein Steuerausweis aufgrund der Anwendung der Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG)“

Das hört sich jetzt alles vielleicht total aufwendig, umfangreich und vielleicht sogar kompliziert an – ist es aber gar nicht. Vor allem steht ihr ja auch nicht alleine da. Das Internet liefert schon eine Menge an Informationen und wenn euch der persönliche Kontakt für Rückfragen lieber sein sollte, wendet euch an die IHK.

An die Arbeit!

Quellen: www.fuer-gruender.de und www.ihk.de