Der Aufstieg eines Underdogs

– Täglich werden wir überschüttet mit neuen Artikeln, welche den vor noch nicht allzu langer Zeit noch für schwach gehaltenen Underdog des Online Marketings nun mit Lobesliedern überschütten. Influencer Marketing ist nun über den großen Teich endlich auch hierzulande bekannt für sein Potenzial. Man spürt allmählich die längst überfällige Anerkennung für den Marketing-Kanal bei den hiesigen Advertisern, sieht man darüber hinweg, dass es natürlich noch an einigen Stellen an Professionalität mangelt.

Betrachtet man allein die Zahlen einiger großen Marken, die es zur Perfektion gebracht haben, hört/liest man von 1 Million $ Umsatz in 24 Stunden. Wir betrachten einen Onlineshop wie Revolve, deren Macher es einmal mehr mit ihrem Budget beim diesjährigen Choachella auf die Spitze getrieben haben und fürstlich belohnt wurden. Mit 700 Millionen $ Umsatz durch Influencer Marketing kann man durchaus sagen, dass die Spendings wohl weise angelegt waren. Auch hierzulande gibt es Paradebeispiele, in denen die Inszenierung grandios gelungen ist, siehe Bibi mit ihrem Duschschaum, den sie zusammen mit dem Drogerieriesen DM als Partner realisiert hat oder auch Douglas, die mit Farina Opoku, Pamela Reif und Julia Maria ihre Kiss Kit Kollektion bahnbrechend gelauncht haben. Die anfänglichen Zweifel aus 2016 und 2017 verziehen sich somit allmählich und der Kanal etabliert sich langsam in der Elite des Online Marketings.

Die großen Erfolge spiegeln meist aber nur die „BigPlayer“ Kampagnen wieder, die nicht gerade wenig Budget fressen. Sprechen wir einmal von MediaValues der deutschen SocialMedia-Stars über 1 Million Follower, die durchaus in die 10 Tausende € gehen können für einen Instagram-Post. Mal abgesehen von den anderen Kosten wie Produktions-, Agentur- und Platzierungskosten bei ganzen Kollektionen. Erfolg hin oder her, nur kann sich das nicht gleich jede Brand leisten, die gerade noch in der Findungsphase mit Influencern steckt. Betrachten wir dann auch noch die durchschnittlich sinkende Engagement Rate nach Größe der Followeranzahl könnte man sich die Frage stellen, ist die Reichweite denn wirklich so viel Wert im Vergleich zum Engagement und der Nähe zur Followerschaft?

Think About Micro'sDer Kontakt und Einfluss der „Kleinen“ zu ihrer Audience ist spürbar und lässt uns alle über das Thema Authentizität grübeln. Die Zahlen stammen aus einer Analyse von über 100.000 Influencern und wurde von Influencer Marketing Hub erstellt. Authenticity, das Schimpfwort in aller Munde, wenn wir momentan über erfolgreiche Maßnahmen sprechen. Nur geht diese im Kampf um Follower und Reichweite leider oft unter. Fame is a bitch sometimes! Einen guten Draht zu seinen Peers haben die Micro´s. Somit können viele gemeinsam auch Großes umsetzen und können Firmen mit kleinerem Budget Influencer Marketing greifbar und erfolgreich machen. Über 80% der Micro-Influencer stellen meist weniger als 250 $ pro Post in Rechnung. Die Umsetzung und Auswahl kann sich aber durchaus schwierig gestalten, da man schnell das 10-Fache an Creatorn finden muss um an die gewünschte Reichweite zu kommen. Aber bitte vergesst dabei nicht den Engagement-Multiplikator, denn es geht hierbei nicht wirklich um die augenscheinliche Reichweite, sondern um die interagierenden Follower. Werft einen genauen Blick auf den Influencer und seine Audience, denn die Analyse ist der Schlüssel. Wir haben ja schließlich kein Geld zu verschenken. Mit entsprechendem Werkzeug lässt sich auch mit Micro-Influencern eine sehenswerte Reichweite aufbauen, ohne große Spendings, dafür aber im Durschnitt mit erheblich höheren Engagementrates.

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