…BEZAHLEN ODER NICHT?

– Influencer Marketing ist seit der Geburt von Instagram im Jahr 2010 zunehmend zu einer umstrittenen Art der Werbung geworden.

In den letzten Jahren wurden Influencer verspottet, weil sie unecht sind und Produkte bewerben, die sie selber nicht verwenden würden. Gleichzeitig haben einige von ihnen hunderttausende (wenn nicht Millionen) an Fans und Anhängern gewonnen und konnten erhebliche Umsatzauswirkungen für die Marken, mit denen sie kooperierten, erzielen.

In den USA geht man davon aus, dass Markenvermarkter dieses Jahr 8,5 Milliarden US-Dollar für Influencer ausgeben, 2020 wurde bereits ein Wert von 10 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Diese Zahlen wären wahrscheinlich noch höher, wenn sich die Industrie nicht mit der Bedrohung Fake Follower und dem Vorwurf, sie sei weniger einflussreich als früher, rumschlagen müsste.

Wir haben hier ein paar Insights aus dem Beautysektor wo darum gebeten wurde, die Vorteile und Bedenken in der Arbeit mit bezahlten Influencern abzuwägen.

Bedenken hinsichtlich der Authentizität
Influencer Marketing gilt als eine Notwendigkeit für alle Marken. Die meisten Marken begegnen dieser Disziplin jedoch mit Vorsicht, da immer wieder Bedenken hinsichtlich der Authentizität bestehen.
Viele Marketer waren immer sehr religiös in Bezug auf bezahltes und unbezahltes Influencer-Marketing. Bezahltes Denken war schmutzig und organisches Marketing war der einzige Weg, aber bekanntlich kann man sich ja auch irren.

Man hat mittlerweile herausgefunden, dass hohes Engagement nicht davon abhängt, ob ein Beitrag gesponsert wurde oder nicht, sondern davon, ob die Marke und der Influencer bereits eine Beziehung hatten und ob dieser Influencer überhaupt in die Umgebung dieses Artikels, der beworben wurde, passte – also z. B. der Beauty Influencer zu einem Beautyprodukt. Tatsächlich könnte ein klar gekennzeichneter gesponserter Post sogar mehr Vertrauen zwischen einem Influencer und seinen Followern schaffen, da der Post aufgrund seiner Transparenz nicht als verdächtig angesehen wird, so eine Theorie.

Wenn man als Influencer einen gesponserten Beitrag zu einem der eigenen Kernthemen mit einer Marke verfasst, wirkt das bei den jeweilige Followern auch nicht negativ. Genau so macht es umgekehrt natürlich auch für die Marke total Sinn, einen Influencer nur zu bezahlen, wenn dieser auch voll und ganz hinter der Marke steht und sich mit ihr identifiziert.

Die Frage des ROI
Man muss Influencer nicht zwingend bezahlen, um Erfolg zu haben aber man muss konsequent sein, wenn es darum geht, sie mit Gratisware zu beschenken, sie über Neueinführungen zu informieren und eine Beziehung aufzubauen. Man weiß ja schließlich nie, wer der nächste Mega-Influencer sein wird. Jeder hat ja schließlich irgendwo mal angefangen.

Vor kurzem hat InfluencerDB Bedenken geäußert, wie einflussreich Influencer überhaupt noch sind.
Im Jahr 2018 veröffentlichten Influencer laut ihrem Juli-Bericht 15-mal mehr redaktionelle Posts und 8-mal mehr gesponserte Anzeigen auf Instagram als im Jahr 2016. Von Influencern gesponserte Inhalte schneiden zwar immer noch besser ab als unbezahlte Inhalte, die Engagement-Raten sind jedoch gesunken.

Die Interaktionsrate (gemessen am Verhältnis von Likes zu Follower-Zahlen) für Instagram-Nutzer mit mindestens 10.000 Followern liegt weltweit bei 3,6%, während die Interaktionsrate für Nutzer mit 5.000 bis 10.000 Followern 6,3% beträgt.
Influencer mit einer Gefolgschaft von 1.000 bis 5.000 haben mit 8,8% die höchste Rate.
Die Engagementrate für alle gesponserten Posts (über die unterschiedlichen Follower-Zahlen hinweg) ging jedoch von 4% vor drei Jahren auf 2,4% im ersten Quartal 2019 zurück, und 7% aller gesponserten Instagram-Posts entfallen auf den Bereich Beauty.

Die Diskussion über Payed versus Organic ist ein altes Gespräch über Free Publicity versus Payed Media Ads.
Influencer sind beides. Wenn Sie Influencer als Anzeigen betrachten, machen Sie etwas falsch, weil Sie ihre Inhalte nicht kontrollieren. Die Schaffung einer falschen Äquivalenz (Influencer sind Media ads) führt Marken auf die falsche Fährte, um ihr Influencer-Marketing zu bereichern.

Bildquellen

  • Pay Influencers: #99671484 – © zest_marina – Adobe Stock