…AUF LINKEDIN UND PINTEREST

– Irgendwie erinnert LinkedIn ein bisschen an Facebook vor 5 Jahren, mit einem Touch mehr „Business“. Denn was hier gepostet wird, es mehr als trockener Businesstalk. Man versucht zwar einen gewissen Ton zu wahren aber die Bandbreite an gepostetem Content, ist immens. So findet man Videos zu den verschiedensten Themen, von Harry Potter über Mitfahrgelegenheiten bis hin zu marketingspezifischen Themen. Und so kann man auch auf Linkedin mit einer Vielzahl von z. B. solchen Videos, Millionen von Aufrufen und zehntausende von Followern im sozialen Netzwerk für Profis zu sammeln.

Wichtig ist es, einen inhaltlichen Mehrwert zu liefern, etwas, bei dem der Konsument im Optimalfall etwas lernen kann.
Und auch, wenn augenscheinlich andere Plattformen mehr Sinn zu machen scheinen, ist LinkedIn mittlerweile eine Plattform, die es nicht zu unterschätzen gilt. Es gibt hier mittlerweile eine aufstrebende Gruppe von Content Creatorn, die als Social Media Influencer auf LinkedIn bekannt sind und die den jüngsten Push der Plattform für Original- und Live-Videos nutzen.

So wurde z B. auf der diesjährigen VidCon in den Vereinigten Staaten, der jährlichen Konferenz für Online-Videokünstler, eine Präsentation mit dem Titel „LinkedIn: Ihre Geheimwaffe für den Aufbau Ihrer Marke mit Hilfe von Videos“ gehalten. Die Veranstaltung, die bereits im zehnten Jahr stattfindet, bringt Social Media-Stars, ihre Fans, Marken und große Plattformen wie YouTube und Facebook zusammen.

Unternehmen wie LinkedIn und Pinterest haben sich in diesem Jahr als Schauplätze positioniert, in denen auch Videokünstler Erfolg haben können.
Social-Media-Stars tauchen in der Regel auf YouTube auf, wo sie direkt mit Anzeigen in ihren Videos, oder auf Instagram, der Plattform für gesponserte Content-Deals, Geld verdienen können. Aber auf LinkedIn und Pinterest können sich aufstrebende Influencer derzeit noch besser abheben und differenzierter darstellen, weil weniger Wettbewerb herrscht. Im Jahr 2017 bat LinkedIn erstmals die Möglichkeit, ein Video auf die Plattform hochzuladen. Anfang diesen Jahres wurde das Live-Streaming LinkedIn Live für eine begrenzte Benutzergruppe gestartet.

„Creator sind für uns sehr wichtig“, sagte Peter Roybal, Leiter des Videoproduktmanagements von LinkedIn. „Es ist ein Ort, an dem Sie auffallen können da Videos in den Feeds der User noch Neuland sind.“

Pinterest, mit dem Sie Bilder aus dem Internet bookmarken können, hat in den letzten Jahren auch das Videoformat im Visier. Obwohl Pinterest es seinen Nutzern schon lange ermöglicht, Videos von externen Orten wie YouTube und Vimeo zu teilen, stellte das Unternehmen erst 2016 einen eigenen Video-Player vor. Im Juli diesen Jahres kündigten sie neue Tools an, darunter einen Video-Tab für Geschäfts- und Creatorprofile, der dabei helfen soll, Videos besser zu finden und ein aktualisierter Video-Uploader, der das direkte Posten auf der Plattform erleichtern soll.

„Auf Pinterest beschäftigen Sie sich mit den Ideen und Expertenempfehlungen und -vorschlägen der Creator“, sagte Enid Hwang, Culture- und Community-Manager von Pinterest. „Viele dieser Ideen lassen sich am besten per Video präsentieren.“ Das Videothema ist noch ein junges auf der Plattform, es gibt noch nicht so viele Videokünstler auf Pinterest. Es ist also mehr als wahrscheinlich, dass Ihr Video auch vorgeschlagen wird, da das Spielfeld ein noch recht kleines ist.

Ein weiterer großer Vorteil für Creator auf Pinterest ist, dass deren Inhalte, einschließlich Videos, über Jahre hinweg relevant bleiben und Aufrufe einbringen können.
„Inhalte leben auf Pinterest viel länger als auf anderen Social-Media-Sites“, sagte Sarah Khandijan, die selber einen Lifestyle und DIY Blog betreibt. „Urlaubsinhalte, die ich vor zwei bis drei Jahren für den 4. Juli erstellt habe, stießen dieses Jahr plötzlich wieder auf reges Interesse, da die Leute jedes Jahr erneut hierzu nach Ideen suchen.“

Pinterest und LinkedIn sind zwar nicht die großen Namen in Sachen Online-Videos, haben aber dennoch ein enorm großes Publikum. (Linkedin hat eine Gesamtnutzerbasis von 645 Millionen Mitgliedern, Pinterest mehr als 250 Millionen monatliche User).

Die großen Player wie Instagram und Facebook nutzen bereits seit Jahren die Vorteile von Videos. Jetzt geht es darum herauszufinden, wie das Format „Video“ in einer anderen, neuen Umgebung funktioniert.

Aber es gibt immer noch Herausforderungen für die Plattformen zu bewältigen. Linkedin Live z. B. verwendet Technologien von Drittanbietern und ist daher nicht so nahtlos wie Live-Streaming auf anderen Plattformen. Beide Unternehmen bieten derzeit auch keine direkten Möglichkeiten, mit ihren Videos Geld zu verdienen.

Ryan Skinner, Principal Analyst des Research-Unternehmens Forrester, stellte fest, dass im Gegensatz zu Plattformen wie YouTube, auf denen so ziemlich alle Arten von Inhalten eine Resonanz finden können, nur bestimmte Themen für LinkedIn und Pinterest geeignet sind. Auf LinkedIn bedeutet dies, dass berufsbezogene Videos, und auf Pinterest Themen rund um Lifestyle, Beauty, Reisen, Mode und Wohnkultur, am besten funktionieren.

„Für bestimmte Branchen, in denen es Sinn macht, gibt es eine Chance“, sagte er. „Einige der Leute, die beschlossen haben, ihren Lebensunterhalt als Influencer zu bestreiten, könnten sagen: ‚Instagram und YouTube sind mir mittlerweile zu laut, während Pinterest mir jetzt einen Vorsprung verschaffen könnte.‘

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