DAS WEGFALLEN VON INSTAGRAM LIKES ERFORDERT, DASS MARKEN DIFFERENZIERTER VORGEHEN

– Wenn Instagram beschließt, Likes zu entfernen, wie es in mehreren Märkten gerade der Fall ist (aktuell Kanada, Australien, Brasilien, Irland, Italien, Japan und Neuseeland), muss das Influencer-Marketing differenzierter und qualitativ hochwertiger werden, anstatt nach Ausreden zu suchen.

Dies ist das Urteil mehrerer Experten für Influencer Marketing, die diesen Schritt eher als Wachstumshürde für die Entwicklung des Influencer Marketings ansehen, statt einer bedeutsamen Veränderung. Allerdings sind sich nicht alle einig.

Vielleicht ist es auch wichtig, diesen Schritt im weiteren Kontext des Influencer Marketings zu betrachten. Die Zukunft der Branche ist schließlich breiter als Instagram allein, wobei natürlich außer Frage steht, dass diese Plattform derzeit den größten Teil der Influencer Marketing Branche ausmacht. Die Plattform wurde monetarisiert und ist zu einem wichtigen Bestandteil der Vermarktung bestimmter Kategorien wie z. B. Reisen, Mode, Beauty und Lebensmittel geworden – Kategorien, die sehr visuell ausgerichtet sind. Es gibt jedoch auch andere Bereiche, die auf Instagram weniger gut funktionieren.

Influencer Marketing ist ein Bereich, der sich rasant verändert – was wir in den letzten zwei Jahren beobachten konnten, war ein sehr schneller Anstieg einer neuen Welle, wie Einfluss geltend gemacht werden kann. Es gibt also aus gutem Grund viel Hype und Interesse aber man darf sich von dem Hype auch nicht blenden lassen.

Das breite Publikum und die Fähigkeit von sozialen Medien, sich in Nischen zu vermarkten, hat die Möglichkeiten der Leute, Content zu erstellen und zu distribuieren, demokratisiert.
Erfolgreiche Influencer bringen zwei Dinge mit: Eine echte Leidenschaft für das was sie tun und die Fähigkeit, Inhalte zu erstellen – aber natürlich auch die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit eines großen Publikums auf sich zu ziehen und aufrechtzuerhalten. Der zweite Teil dieser Gleichung ist jedoch schwierig und kann die schwarzen Schafe dazu animieren, Spielchen mit diesem System zu spielen wie zum Beispiel durch das Kaufen von Followern, Likes und anderen Kennzahlen, was auf Dauer aber zu 100% die falsche Herangehensweise ist.

Natürlich ist das auch die Gegenreaktion von Kritikern des Influencer Marketings. Die Leute denken, dass der Content von Influencern mit Marken übersättigt ist und das aus diesem Grund eine stärkere Regulierung erforderlich sei.

Vermarkter müssen, für den Fall, dass wir in der DACH Region auch mit diesem Wegfall von Likes zu tun haben werden, viel differenzierter vorgehen. Der Wegfall wird vielleicht die Art und Weise, wie wir mit Social Media Strategien umgehen, verändern aber für den Einfluss, den Influencer auf ihre Follower haben, wird diese Veränderung wohl keine signifikante Rolle spielen.

Marken müssen intelligenter arbeiten

Für Influencer, die mit Marken zusammenarbeiten, um Dienstleistungen oder Produkte auf Instagram zu bewerben, führt dies zu einer Abkehr von diesen Metriken, die man sich auch einkaufen kann und erfordert, die Zeit auf der Plattform effizienter zu nutzen, sich mehr auf die Interaktion, die Views und die tatsächlichen Sales zu konzentrieren.

Vielleicht werden diese Veränderungen den Marken sogar einen weiteren Anreiz geben, bezahlten media support auf die Posts ihrer Influencer zu setzen und sich auf Instagram-Stories zu konzentrieren. Influencer Content muss qualitativ hochwertiger werden, da sich die Nutzer nicht mehr auf die Anzahl der Likes ihrer Posts stützen können, wenn eine Marke darüber nachdenkt, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Es müssen also alle härter daran arbeiten, eine gut interagierende Community zu schaffen und aufzubauen.

Dieser Schritt könnte also sogar der Schritt in die Richtung sein, soziale Medien zu einem viel umfassenderen und weniger wettbewerbsfähigen Ort zu machen – potenziell mit positiven Ergebnissen für das Wohl aller. Für Marken und Influencer, aber natürlich auch für z. B. yimify als Plattform, bedeutet dies neue Herausforderungen. Dadurch wird es definitiv schwieriger für Influencer, ihre Marke und ihr Publikum aufzubauen und für Marken, ihren eigenen Erfolg zu messen. Man wäre dadurch gezwungen, intensiver über Kreativität und die Resonanz beim Publikum nachzudenken und Qualität über Quantität aus inhaltlicher Sicht zu setzen. Der Anreiz nach Likes zu jagen, wäre somit nicht mehr gegeben. Man muss sich stattdessen noch mehr darauf konzentrieren, was für das eigene Publikum interessant und unterhaltsam ist und einen Mehrwert liefert.

Influencer mit Business Accounts verfügen weiterhin über alle anderen Kennzahlen im Backend (wie Reichweite und Impressionen) sowie Views und Kommentare, um zu beurteilen, wie gut ihre Inhalte abschneiden. Marken können diese Daten verwenden um bewerten zu können, mit wem sie arbeiten wollen und ob die jeweiligen Influencer mit den Markenwerten übereinstimmen.

Vielleicht werden auch die Kommentare zu den ’neuen‘ Likes sodass Influencer versuchen, sich in kontroversere Themen zu begeben um eine emotionale Reaktion (und damit Engagement) von ihren Followern hervorzurufen.

Es gibt aber auch Stimmen, die sagen, dass Facebook die Absicht hat, Vermarkter dazu zu bewegen, Werbung auf seinen Plattformen zu schalten.
Der australische Starkoch Adam Liaw glaubt, dass das Entfernen von Likes ein Eigentor für Facebook sein könnte (Australien ist einer der bereits betroffenen Märkte). Er schrieb: „Ich denke das #instagramlikes Ding ist ein großer Fehler. Wenn man keine Likes sehen kann, ist es weitaus unwahrscheinlicher, dass man ein Bild „liked“. Das reduziert die Interaktion, was für eine interaktive Plattform der Tod ist. Facebook weiß das also glaubt der Zyniker in mir, dass Facebook darauf hofft, einen passiven „Gefällt mir“ -Klick eines Benutzers in einer Zunahme von aktiven Kommentaren umzuwandeln, wodurch wiederum mehr Datenpunkte gesammelt werden können. Ich glaube nicht, dass daran etwas Uneigennütziges ist.“

Wir halten euch natürlich über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

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